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Frau Doktor - Onkel Punk

Nach zehn Jahren Abstinenz melden sich Frau Doktor aus Wiesbaden pünktlich zum 25 jährigen Bestehen mit ihrem neuen Album "Onkel Punk" zurück.

Den Anfang des neuen Albums macht der Titel "Sommer". Während es draußen mittlerweile kalt und neblig ist, erfreut uns Frau Doktor mit Polen Ska, Pop, Punk, Reggea und macht klar, dass das Feuer noch lichterloh brennt und noch nicht alles gesagt ist. So gibt es rund um die zahlreichen Mitsingphasen die großen und kleinen Dinge des Alltags mit ernster oder gar klarer politischer Note.

Groovig wird es bei "Zeiten", einer gesellschaftskritischen Abrechnung. So endet der Song mit der Zeile „if you have a racist friend, now is the time for you friendship to end“. Klare Ansage, muss man nicht weiter kommentieren. Bei den Cover-Stücken "Birk's works", "She's the one" keimt spielerische Stärke auf und mit "Emilie Rose" endet der Reigen mit einem eingängigen Smasher samt versöhnlichem Ende. Dazu ein schönes Artwork, mit Faltblatt samt Texten, so wie man es aus dem Hause Rookie gewohnt ist. Frau Doktor machen mit "Onkel Punk" deutlich, dass sie ihrer selbst-ironischen, kritischen Haltung treu geblieben sind und, dass ihre Reunion mehr sein wird als ein Abklatsch der alten Alben. Sehr schön das Ganze.

Dr. Ring Ding - The Remedy

Irgendwann im Frühjahr tauchte die Plattenankündigung zum neuen Album vom Doktor aka Richie Alexander in der Social Media Timeline auf. „Gott sei dank“ dachte ich, denn kurz vorher gab er seinen Ausstieg bei den Busters bekannt und so etwas wie Ruhestand machte die Runde.
Da es im Münsterland wahrscheinlich eh ziemlich beschaulich zugeht und die einzigen Bretter die da die Welt bedeuten senkrecht zu Scheunen verbaut werden, dürfte dem Doktor ziemlich schnell langweilig gewesen sein und er suchte sein Heilmittel im inzwischen siebzehnten Studioalbum.

Also rechtzeitig bei Matzge von Prok Pie gemeldet und ab ging die Post. Doch im ersten Umschlag fehlte die CD, beschädigter Umschlag und womöglich ein Postbote, der jetzt seine Runden mit The Remedy dreht. An der Stelle Danke an Matzge für ein zweites Exemplar.

Über den größten Universalist jamaikanischer Musik hierzulande, muss ich glaube nicht viel schreiben. Auf dem neuem Album überzeugt er einmal mehr in allen siebzehn Songs mit grandiosem Jamaika-Patois.

Sehr zu empfehlen ist „Polska Wodka“, der Song passt super zur Grenzregion des Schreiberlings und sollte hier mal auf dem Stadtfest zum Besten gegeben werden!

Weitere Highlights auf dem Album sind neben dem Ska-getriebenen „Fun“ und der Raggamuffin-Hymne „Unity“der Titeltrack, mit der jamaikanischen Dancehall-Sängerin Sista Gracy. Und auch die Dub-Reggae-Version des Radiohead-Hit „Creep“ weiß auf Anhieb zu gefallen und auch sonst kommen Freunde von El Bosso & die Ping Pongs, Senior Allstars mit dem Album auf ihre Kosten und in den Genuss von feinem Reggae, Rub-A-Dub, Roots und Ska.

Los Fastidios - From Lockdown To The World

Während der ersten Welle der Coronapandemie und der damit verbundenen Ausgangssperre in Italien veröffentlichten LOS FASTIDIOS 12 akustische Tracks als Videos in den sozialen Netzwerken. Danach entstand bei vielen Fans der Wunsch, dass das Ganze als Album veröffentlicht wird.

„From Lockdown To The World“ wurde mit dem Smartphone-Mikrofon, von den in ihren Häusern isolierten Fastidios, gemacht. Jede Note wurde mit dem Herzen gespielt und gesungen. Abschließend wurde die Rohfassung von Filippo technisch ordentlich abgemischt.

So verpasst man „Skankin‘ Town“ einen neuen instrumentalen Backround, in dem auch Elisa Dixan durch ihren Gesang ordentlich zur Geltung kommt. Überhaupt ist der Gesang von Elisa eine ziemliche Bereicherung für die Fastidios. Gefällt mir sehr.

„A Message pour toi“ ist typische Fastidios Hymne für Rudies, Antifa Hooligans, Skinheads und alle anderen Fans der Veronesi Ska Punk Ikonen.

Mit dem Song "Oh Henry" würdigen Los Fastidios den jamaikanischen Ursprung der Musik, er ist zugleich eine Hommage an die große und reizende jamaikanische Sängerin Millie Small.

„La Staffetta“ für mich eine der Mitgröl-Hymnen von Los Fastidios schlechthin, bekommt mit dem Duett Gesang von Elisa und Enrico, sowie einer minimalistischen Gitarrenbegleitung ein völlig neues Gewand. Eingeleitet durch ein instrumentales Bella Ciao auf Trompete, geht der Song textlich viel tiefer, wirkt nachdenklicher und wird der derzeitigen Situation gerecht.

Die Band hat aus der Not eine Tugend gemacht und präsentiert mit „From Lockdown To The World“ eigene Klassiker und neuere Stücke in neuem instrumentalen Gewand ohne jedoch den typischen Los Fastidios Charme zu verlieren. Das Album ist ebenso ein Tribute an Reggae, Ska und Rocksteady, so wie er vor 50 Jahren die Welt zum tanzen brachte.