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Johnny Reggae Rub Foundation - Trouble

„Trouble“ ist das zweite Album der Kölner Offbeat-Shooting-Stars Johnny Reggae Rub Foundation (JRRF). Als Trio sind sie mit ihrem Album “No Bam Bam” durch die Decke gegangen. Die neue Scheibe kommt mit feinstem Dirty Reggae, hier und da einem Two Tone Kracher und mit schön viel Rumgeorgel daher.

Die Zeiten als Johnny Reggae mit Fußschlagzeug, zusätzlich Gitarre und Vocals machte, sind wohl vorbei und man darf der Foundation, die jetzt durch Sgt. Pepper (u.a. Rakede, Xatar) ergänzt wird, eine ordentliche Weiterentwicklung bescheinigen. Das Straßenmusik-Feeling bleibt trotz Schlagzeuger. Zudem tritt Chrissy Reggae als Leadsängerin diesmal stärker in Erscheinung als zuvor, was sehr gut kommt. Die 12 Songs sind klarer und tiefgründiger und positionieren sich klar gegen Nationalismus und Rassismus. JRRF werden ihrer Muttersprache Skinhead Reggae wieder gerecht und garnieren das gekonnt mit einer eigenen Punkrock-Attitüde.

The Busters - The Busters

Es ist Herbst, es ist grau, nass und ziemlich früh dunkel. Zeit also für was erhellendes, etwas was dir den Blues nimmt. Was zum Mitsingen zum Abgehen, ihr kennt das. Und weil The Busters wahrscheinlich genauso denken, gibt es pünktlich zur grauen Jahreszeit eine neue Platte. Da die Jungs nach 32 Jahren kein Bock mehr auf Schnickschnack und Schnörkel haben, heißt das Album schlicht und ergreifend The Busters.

15 Tracks sind auf dem Album zu hören. Vor einigen Tagen präsentierten die Jungs ja schon ihr erstes Musikvideo zum Album und so wie es mit dem Track Melodies anfängt, so geht das Album weiter. Kraftvoll und spritzig kommen die Songs daher und dürften auch live gut abgehen. Vom klassischen Two-Tone über Dancehall bis Rockbeats ist alles dabei. Gescheut wird sich auch nicht vor Gitarrensolos und Crossoverklängen.

Inhaltlich legt man den Finger ordentlich in die Wunde und greift in mehreren Tracks auf den Rechtsruck auf und macht Ska against racism zum Motto des Albums.

The Busters werden auch nach über 32 Jahren nicht müde und werden einmal mehr ihrem Ruf als Institutionen in Sachen Ska aus Deutschen Landen mehr als gerecht. Wer sich zum Jahreswechsel nochmal eine richtig gute Ska-Scheibe gönnen will, sollte hier unbedingt zugreifen.

Yellow Cap – Too Fucked To Go

Da sind sie wieder, die Ska-Recken aus Görlitz. Die Stadt, in der man traditionell wohl Bratwürste in der Weihnachtszeit kredenzt, kann seit Jahren eine Konstante der deutschen Ska-Szene vorweisen. Mindestens seit 2003 haben sie auch schon das ein oder andere Mal in unserem bescheidenen VoiceOfCulture-Universum eine Rolle gespielt. Live ist die Band immer ein guter Tipp, um zu sehen, dass toller 3rd-Wave-Ska aus Deutschland immer noch locker flockig überzeugen kann.

Mittlerweile sind Yellow Cap nun also schon 20 Jahre dabei und beschenken sich und ihre Fans mit einer neuen – vom langjährig befreundeten brasilianischen Künstler „Shiron the Iron" wunderbar gestalten – Scheibe. „Too Fucked To Go“ heißt also das Jubiläumswerk, welches auf 13 Songs geschickt von treibenden Uptempo-Nummern über entspannte Layback-Titel bis hin zum Instrumental „Theme de Fantomas“ durch die verschiedenen Facetten der Ska-Musik mit Rocksteady-/Reggae-Anleihen führt. Aufnahmetechnisch hat man sich einen raueren Sound zugelegt, was vermutlich dadurch gelingt, dass viele Instrumente live und gemeinsam aufgenommen wurden. Dass die Band kosmopolitisch unterwegs ist, versteht sich bei der Musik irgendwie von selbst. Seit Jahren touren Yellow Cap regelmäßig in Brasilien und mit „Safe & Sound“ setzt man sich auch textlich mit aktuellen politischen Themen auseinander.

Wie ist sie also die neue Platte? Vergleiche wie „…das erinnert an Bands wie"… oder „…inspiriert von …“ sind wenig hilfreich und in Zeiten von Streamingangeboten etc. auch irgendwie obsolet. Einfach reinhören und selber entscheiden, würde ich sagen! Genügend Chancen dazu bietet das Internet. Für den „hängengebliebenen Ska-Enthusiasten“ (also mich) gibt es auch nette kleine Sidekicks, wie etwa beim Titeltrack, welcher einen spontan „Immer nur Ska“ aus der Hirnschublade kramen lässt. Spaß bringt die gut gelaunte Scheibe auf jeden Fall.

Als Option für ein Weihnachtsgeschenk ist es wahrscheinlich schon zu knapp, aber das Geld der Lieben, welches man vielleicht wieder auf Grund allgemeiner Kreativlosigkeit eingesammelt hat, kann man bei Gefallen perfekt in eine bei Pork Pie erschienenen CD oder streng limitierter LP-Ausgabe (Klappcover und mit Free Download Code) investieren.