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Los Fastidios – So Rude, So Lovely EP

Mit „So Rude, So Lovely“ geben Lost Fastidios nach acht Jahren mal wieder eine EP zum besten. Auf ihr finden sich insgesamt drei Songs wieder. Dazu gibt es noch fünf Bonustracks, bei den acht Liedern sind jedoch nur zwei neue dabei. Zum einen das titelgebende „So Rude, So Lovely“, ein klassisches 2-Tone Liebeslied und zum anderen „Hey You Are“ welches sehr Streetpunkig daher kommt.

Die restlichen Songs sind in neuen Versionen eingespielt worden. Mit dem Keyborder De Veggent hat man sich jemanden für den etwas anderen sound an Bord geholt. De Veggent stand vorher bei Red Ska am Keyboard und hat unter anderem dem Song „La Mia Vita“ seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt.

„So Rude, So Lovely“ ist eine musikalisch tolle CD-EP in erster Linie für Fans der Band. Die Songs kommen im typischen Skinhead Reggea Sound der Band daher. Wie immer schöner Working Class Punk-Rock wie man es von den Antifa Hooligans aus Italien seit 1991 gewohnt ist.

„So Rude, So Lovely“ ist bei KOB Records erschienen.

Jan

Telekoma - Die Wurzel allen Übels

Fast 10 Jahre hat es gedauert bis die Frankfurter Punkband Telekoma ein neues Album raus haut. „Die Wurzel allen Übels“ ist das insgesamt 8. Album der 1995 gegründeten Band. Meine erste Begegnung mit der Band hatte ich irgendwann 2004 auf einem Weihnachtspogo und seit dem bekomme ich die Jungs quasi einmal im Jahr zu Ohren.

Auf ihrer neuen Scheibe geben die Jungs 15 Songs zum Besten. Das großartige an der Scheibe ist, wer auf der Suche nach schunkel-Deutschpunk ist, wird hier enttäuscht. Telekoma wollen mehr und gehen mit ihren Texten ordentlich nach vorn und schießen voll aus der Hüfte. Zwar drosselte man über die Jahre das Tempo, dafür wurde man Inhaltlich intensiver. Meine persönlichen Highlights sind „Egal wie hoch“ sowie „Das Paradies wirft Schatten“ und „Kein Herr, Kein Knecht“. Es bleibt festzuhalten, daß die Frankfurter auch nach 23 Jahren, ihrem ganz eigenen Stil treu geblieben sind und ihn ordentlich weiter entwickelt haben.

Mekanik Destrüktiw Komandöh (MDK) - Manifestation

Oh je, erst habe ich Angst gehabt, als mir Jacho noch auf den Promo-Beipack-Waschzettel geschrieben hat, er hoffe ich hätte mal ne ruhige Minute, die Band-Bio durchzulesen. Da er aber die erste Seite gleich 4 mal doppelt kopiert hat, war es doch weniger zu lesen als erwartet. Daher kann ich an die Band unvoreingenommener rangehen. Haha.
Mit dem Einschieben der CD fühle ich mich direkt zurück in der 80er des West-Berlins oder die späten 70er Jahre in Düsseldorf gebeamt. Ich spüre die Energie und das Gefühl auf alle (Punk)regeln zu scheißen. Ein bisschen Hintergrundinformation muss dennoch sein. Bei 35 Jahren „Bandgeschichte“ ist es gerade mal erst das dritte Album, welches veröffentlicht wird. Respekt dafür. Das macht pro Album über 10 Jahre. Und wenn man bedenkt, dass die ersten beiden Platten gleich 1982 und 1983 erschienen sind… Egal. Ich schweife ab.
Jedenfalls ist die Platte so herzerwärmend ehrlich und roh, wie ich es lange nicht mehr gehört habe. Dieser Mix aus Jazz und Punkrock, der in den Anfangstagen (oder Endtagen - wie man es auch sehen mag) des deutschsprachigen Punks so fließend ineinander überging hat sich die Band bis heute bewahrt. Man könnte auch meinen, es seien die späten, knapp gehaltenen letzten Ausläufer des Krautrocks. Da der größte Teil der Band bzw. Urbesetzung um Sänger Volker Hauptvogel und Gitarrist Gerd Rudschuck bereits die Radieschen von unten bestaunt, sind leider nicht mehr alle Bandmitglieder der ersten Stunde an Bord. Daher bin ich umso mehr erstaunt, wie er es schafft, das Gefühl der damaligen Zeit mit seinen neuen Mitstreitern in die heutige Zeit zu transportieren. Die Texte sind knapp auf den Punkt gebracht und hätten genauso schon bereits vor knapp 40 Jahren erscheinen können. Und das ist das einzige, was einen resigniert zurücklässt. Es hat sich im Wesentlichen seitdem fast nichts geändert.