PUNK

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Los Fastidios – So Rude, So Lovely EP

Mit „So Rude, So Lovely“ geben Lost Fastidios nach acht Jahren mal wieder eine EP zum besten. Auf ihr finden sich insgesamt drei Songs wieder. Dazu gibt es noch fünf Bonustracks, bei den acht Liedern sind jedoch nur zwei neue dabei. Zum einen das titelgebende „So Rude, So Lovely“, ein klassisches 2-Tone Liebeslied und zum anderen „Hey You Are“ welches sehr Streetpunkig daher kommt.

Die restlichen Songs sind in neuen Versionen eingespielt worden. Mit dem Keyborder De Veggent hat man sich jemanden für den etwas anderen sound an Bord geholt. De Veggent stand vorher bei Red Ska am Keyboard und hat unter anderem dem Song „La Mia Vita“ seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt.

„So Rude, So Lovely“ ist eine musikalisch tolle CD-EP in erster Linie für Fans der Band. Die Songs kommen im typischen Skinhead Reggea Sound der Band daher. Wie immer schöner Working Class Punk-Rock wie man es von den Antifa Hooligans aus Italien seit 1991 gewohnt ist.

„So Rude, So Lovely“ ist bei KOB Records erschienen.

Jan

The Movement - Future Freedom Time

Future Freedom Time ist das erste Album seit knapp einem Jahrzehnt der Mod-Punks aus Dänemark. Untätig waren die drei jedoch nicht, Beleg dafür sind unzählige Konzerte und Tourneen. So schafften es die gut gekleideten Jungs in den Secondhandanzügen auch im Sommer 2018 in die Brandenburger Provinz und brachten das Steelbruch in Eisenhüttenstadt zum Beben und überzeugten auf ganzer Linie, sowohl auf der Bühne als auch zwischenmenschlich.

Nicht nur, dass The Movement als eine der bestbekleidetsten Bands der Gegenwart gelten, sie sind auch bekannt für ihr deutliches politisches Engagement, beeinflusst vom guten alten Karl Marx, von Rosa Luxemburg bis hin zu Helden wie Joe Strummer. Auch auf der neuen Platte bleiben sie ihrem Weg „Destroy The Bourgeoise Culture“ treu.
Future Freedom Time kommt mit neun Songs daher und es gibt in den Songs den gewohnten Stil der Dänen auf die Ohren. Im typischen The Movement Mod-Power-Style wird der Zustand der Welt kritisiert und der Finger in die Wunde gelegt.

Eine Hommage an alle Rude-Girls und Rude-Boys darf dabei ebenso nicht fehlen, wie einen Aufruf an die Jugend. Und alle Angesprochenen werden mit einer gehörige Spur Ska, Funk und Soul belohnt. Großartig kommt auch der Einsatz der Hammondorgel bei „Shake The Chains“. Gespielt von niemand geringeren als von Keyboarder von The Specials Nikolaj Torp Hansen, welcher auch noch bei zwei weiteren Stücken zum Einsatz kommt.

Die Songs klingen überlegter und gesetzter. Lukas und seine neuen Mitstreiter Sebastian und Alexander Page führen die bisherige Discographie der Band erfolgreich fort und bringen eine Menge Tempo ins Spiel. Und so ist es erwartbar eine wichtige politische Platte geworden, die sich mit den aktuellen Zuständen beschäftigt und diese anprangert. Fehlen dürfen natürlich nicht die Einflüsse von The Who, The Clash, The Kinks und Small Faces. Ich hoffe, sie dürfen ihre Energie diese Jahr nochmal auf die Bühne bringen und darauf dass sie die ein oder andere Show hier in der Region spielen. Angedacht waren Ende Mai Konzerte in Cottbus und Berlin.

Kotzreiz - Nüchtern unerträglich

Acht Jahre ist es her, seit die Berliner Deutsch-Punk-Band KOTZREIZ ihr letztes Album „Punk bleibt Punk“ veröffentlichten. Mit „Nüchtern unerträglich“ melden sie sich mit elf Tracks in 23:34 Minuten zurück.

Der Titeltrack ist gleich mal ein richtig fein kritisches Stück bezüglich rücksichtsloser Ignoranz den Mitmenschen und unserem feudalistischen Lebenstil gegenüber.

Eine Reminiszenz an die Neue Deutsche Welle darf auch nicht fehlen („Toilettenstern“). Gefühlsduselig wird es bei "Punkboys don't cry", eine wehmütige, nostalgische Melodie zum Auseinanderdriften von Freundschaften. Dem Sommer wird mit „Sambuca Beach“ gefröhnt. Eine herrliche Adaption von „Tequila“ der Band THE CHAMPS. Das folgende „Nix zu verlieren“ verstärkt das Sommerfeeling.

Erwähnt werden soll vielleicht auch noch, dass es Gästebeiträge gibt. Diese sind von The Ace (ZSK) beim Song „Nüchtern unerträglich“, Emelie Krawall beim eher elektronisch angehauchten „Toilettenstern“ (Anspieltipp) sowie der fast schon an die 80er Jahre und die NDW erinnernde „Der räudige Aal“ mit Andrea Pestpocken. Auch ein Song mit Aussage und ein guter Abschluss einer guten CD.

Album Nummer vier der Berliner ist ein Deutschpunkklassiker und kommt mit räudigem Schrei-Gesang, einprägsamen Gitarrenmelodien, ein bisschen Ernst und einer großen Portion Abwechslung daher.