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Los Fastidios – So Rude, So Lovely EP

Mit „So Rude, So Lovely“ geben Lost Fastidios nach acht Jahren mal wieder eine EP zum besten. Auf ihr finden sich insgesamt drei Songs wieder. Dazu gibt es noch fünf Bonustracks, bei den acht Liedern sind jedoch nur zwei neue dabei. Zum einen das titelgebende „So Rude, So Lovely“, ein klassisches 2-Tone Liebeslied und zum anderen „Hey You Are“ welches sehr Streetpunkig daher kommt.

Die restlichen Songs sind in neuen Versionen eingespielt worden. Mit dem Keyborder De Veggent hat man sich jemanden für den etwas anderen sound an Bord geholt. De Veggent stand vorher bei Red Ska am Keyboard und hat unter anderem dem Song „La Mia Vita“ seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt.

„So Rude, So Lovely“ ist eine musikalisch tolle CD-EP in erster Linie für Fans der Band. Die Songs kommen im typischen Skinhead Reggea Sound der Band daher. Wie immer schöner Working Class Punk-Rock wie man es von den Antifa Hooligans aus Italien seit 1991 gewohnt ist.

„So Rude, So Lovely“ ist bei KOB Records erschienen.

Jan

The Maladro!ts – Standby me

Oh je, ich befürchte, ich habe einen großen Fehler begangen…
Ich hör mir gerade das neue Album der MALADRO!TS aus Schopfheim an und bin erst einmal hellauf begeistert. Schnörkelloser Punk Rock, geradeaus gespielt, melodisch und tanzbar. Soweit so gut. Beim recherchieren nach der Band fällt mir auf, dass ich denke, ihr Debütalbum aus dem Jahre 2013 bestimmt schon einmal besessen zu haben. Bzw. dass es mir damals zugeschickt wurde. Zu dieser Zeit hab ich gefühlt noch täglich 3-5 CD´s zugeschickt bekommen und bin – neben der regulären Lohnarbeit – kaum noch mit dem „reviewen“ nachgekommen. Da ist dann leider auch manchmal ne Platte aufgrund ihres Aussehens durch das Raster gefallen. Und ich glaube, dass eben jenes leider mit dazugehörte. Zumindest habe ich das (nach meinem Empfinden und aus heutiger Sicht immer noch) abgrundtief hässliche Cover des Debütalbums schon mal gesehen. Aber Schwamm drüber, man kann eh nicht allem nachtrauern. Umso schöner ist es ja dann auch, wenn man sich rehabilitieren kann. Denn das aktuelle Album ist – mit weitaus konservativerem Cover – eine absolute Hitplatte, die mich an die Leichtigkeit der früheren SHOCKS aus erinnert. Mit dem Opener und dem Abschlußsong des Albums gibt es sogar zwei deutschgesungene Tracks und das ist ja auch den Berlinern ähnlich, die erst viel Englisch, später dann fast ausschließlich deutsch sangen.
Tja, man muss sich einfach eine gewisse Balance aus Enthusiasmus und Leichtigkeit finden. Dann hat man auch wieder Lust aufs „Platten besprechen“. Aber ich besprech eh nur noch das, was mir gefällt bzw. einen Verriss wert ist. Aber angesprochene Balance hat die Band längst gefunden. Tolle Platte!

Strg Z – s/t

Hihi, gerade als ich einen neuen Browser-Tab aufmachen wollte, um mehr über die Band zu erfahren, hab ich instinktiv STRG-Z statt STRG-T gedrückt. Tja, so isses wenn einem das Unterbewusstsein zu verstehen gibt was besser ist.
Anfang des Jahres hat die Band ne 4-Track-EP rausgebracht, welche mehr oder weniger an mir vorbeigegangen ist. Nun bringt Still Unbeatable Records das ganze Album raus. Und das hat sich echt gelohnt. Ich bespreche ja fast eh nur noch die Sachen, die mir gefallen – oder die, die einen Verriss lohnen. Diese Platte gehört jedoch zur ersteren Kategorie. Man könnte meinen, dass FRED ADRETT (THE CREEKS, ZACK ZACK, u.a.) musikalisch angekommen ist. Zumindest klingt es so, als ob es das ist, was er schon immer machen wollte. Das hat hier alles Hand und Fuß und ist liebevoll ausgearbeitet. Hier und da melancholisch und an frühere THE CURE erinnernd geht jeder Song fließend über und erinnert nicht zuletzt der deutschen Texte wegen auch an HERMANNS ORGIE und Co. Die erwarteten SHOCKS/ZACK ZACK – Einflüsse findet man vergebens. Die persönlichen, teils träumerischen Texte machen das runde Bild komplett. Das Jahr ist fast um. Ich will nicht unken, aber momentan ist es echt meine persönliche Lieblingsplatte und ich wäre nicht verwundert, wenn Sie am Ende des Jahres unter meine TOP 1 landen wird. STRG-Z. Das ist wie eine Tastenkombination zurück in die 80er. Das muss man sich nicht immer wünschen. Aber schön ist es trotzdem.
Der Song „Laune der Zeit“ – titelgebend für die erwähnte EP ist übrigens ein Hit und zu Recht auf EP veröffentlicht worden. Wer sich noch nicht an das Album traut sollte ebenjene auschecken und wir hoffentlich überzeugt werden.