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Los Fastidios – So Rude, So Lovely EP

Mit „So Rude, So Lovely“ geben Lost Fastidios nach acht Jahren mal wieder eine EP zum besten. Auf ihr finden sich insgesamt drei Songs wieder. Dazu gibt es noch fünf Bonustracks, bei den acht Liedern sind jedoch nur zwei neue dabei. Zum einen das titelgebende „So Rude, So Lovely“, ein klassisches 2-Tone Liebeslied und zum anderen „Hey You Are“ welches sehr Streetpunkig daher kommt.

Die restlichen Songs sind in neuen Versionen eingespielt worden. Mit dem Keyborder De Veggent hat man sich jemanden für den etwas anderen sound an Bord geholt. De Veggent stand vorher bei Red Ska am Keyboard und hat unter anderem dem Song „La Mia Vita“ seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt.

„So Rude, So Lovely“ ist eine musikalisch tolle CD-EP in erster Linie für Fans der Band. Die Songs kommen im typischen Skinhead Reggea Sound der Band daher. Wie immer schöner Working Class Punk-Rock wie man es von den Antifa Hooligans aus Italien seit 1991 gewohnt ist.

„So Rude, So Lovely“ ist bei KOB Records erschienen.

Jan

Acht Eimer Hühnerherzen – s/t

Hmm, ich bin spät dran. Während die alternative Presse das Album bereits Allerortens abfeiert, sitz ich immer noch hier und haue meine Buchstaben in die Tasten. Naja, ich brauch eben bei allem ein bisschen länger. Und sooo spät nach Release (23.3.) isses ja jetzt auch noch nicht. Aber ich muss sagen: Zu Recht! Auch ich hab mich sofort in die Platte verliebt, auch wenn das Coverartwork anfangs Übles befürchten ließ. Aber weit gefehlt. Hier gibt es keinen Schickschnack sondern nur minimalistischen Punkrock mit richtig geilen Texten. Keine Klischees und scheiß wat auf allet. Alles aufs Wesentliche reduziert. Das wirkt in Zeiten wo jede Pissband mit einem überproduzierten Sound daherkommt überraschend frisch und abwechslungsreich. Mit Cajon statt Drums und dezent gehaltener Gitarre bzw. Bass bleibt Platz für die Zwischentöne und die – wie bereits erwähnt – geilen Texte. Auf das übliche Namedropping und Waschzettelgeschreibsel verzichte ich mal. Jeder der ein bisschen Interesse hat, wird sich schon mit Informationen im Netz versorgen können.
Jedenfalls gibt der unglaubliche Hit „Mittelmaß“ gefolgt von „Eisenhüttenstadt“ die Richtung vor und der Rest der insgesamt 14 Tracks folgt geschlossen. Und was bleibt, ist ein ernstgemeinter Kauftipp für laue Frühlings- und Sommernächte im Görlitzer/Mauer Park…

Midwich Cuckoos – We are everywhere

Das Debütalbum der Londoner Band hat mich vor ein paar Tagen erreicht. Wenn man hier überhaupt von einer Band sprechen kann. Patch Barbet (EX-MONSTERS IN THE ATTIC) hatte die Idee Songs zu entwickeln und diese Dateien rund um den Globus an verschiedene Musiker zu senden. So gingen diese unter anderem nach Italien und Brasilien, so dass sich ein globales Kunstprojekt entwickelte. Wahrscheinlich ist dies die Art in der Zukunft Musik zu machen. Auch wenn ich es mir schwierig vorstelle, bei einem solchen Projekt eine gewisse Chemie untereinander aufzubauen, ist es der Band doch ganz gut gelungen. Zwangsläufig entwickelt sich dadurch ein eigener Stil, weil jedes „Bandmitglied“ seine eigenen Einflüsse unterbringen kann, ohne dass ihm einer groß reinreden kann. Und so liefern die „Kuckuckskinder“ eine Platte ab die nur vor Einflüssen strotzt. Da geht es vom klassischen Punkrock über Metal bis hin zu kleinen Hardcoreeinflüssen und man weiß nie genau, was einen als nächstes erwartet. Insgesamt ne gelungene Sache.