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Contact Zone - „FALL“

Ui, was Neues aus der regionalen Hardcore Szene und zwar Contact Zone aus Fürstenwalde, einer Stadt zwischen dem armen B und dem viel schöneren Frankfurt (Oder). Wer sich bei Fürstenwalde denkt, da war doch was...genau draußen im Park gibt es einen Club, der weit bekannt ist für so manches Konzert im Bereich Hardcore, Punk etc. (Grüße an Basti).

Contact Zone sind als Band recht neu aber in der Besetzung eher nicht, so spielten einige Mitglieder u.a. bei AGITATE und DIRTSHEATH und wissen durchaus was sie tun. Im Jahre 2018 erblickte das Projekt das Licht der Welt, in 2019 gab es eine Reihe von Konzerten. So gab man sich u.a. im Steelbruch zu Eisenhüttenstadt (Grüße) und dem oben angesprochenen Parkclub die Ehre. Auch in Frankfurt (Oder) beglückte man die ehmalige Grotte, das heutige Stuck mit ordentlichen Knockdown-Sound knackigen Mastino-Vocals und ziemlich fetten Riffs in feiner DIY Hardcore Manier.

Das alles hat man im Laufe der Pandemie auf Vinyl gepresst und herausgekommen ist eine feine 7“EP mit 6 Stücken, auf denen die fünf Jungs ihr Können beweisen.
Inhaltlich geht es durchaus kritisch zur Sache und so bekommt die Konsumgesellschaft und die Generation „First World Problems“ eins auf den Deckel. Um den Kampf sich selber und seinen Überzeugungen treu zu bleiben und es geht um Freundschaft und Zusammenhalt.

Abgesehen von den satten Sounds, hat mich die Optik der Platte getriggert. Zu sehen ist ein Wildschwein aus der Feder von Siggi, dem Hauskünstler von Steeltown Records. Zum einen erfrischend, dass es mal nicht in die Richtung Löwe, Tiger und Bär geht, sondern ein regionales Wildtier gewürdigt wird und vielleicht auch zwischen den Zeilen auf eine andere nach wie vor grassierende Pandemie, hier in der Region verwiesen wird, der Afrikanischen Schweine Pest.

Errors of the Superhumans - Soulfritten

Kennt ihr das, du sitzt abends in deiner Stammkneipe, quatschst mit tausend Leuten über Gott und die Welt und ihr kommt auf das Thema Musik zu sprechen. So auch mit einem der drei Macher von „Errors of the Superhumans“ (EOTS). Wir kennen uns schon ne ganze Weile, reingehört hab ich da hin und wieder und live die Band schon hier und da gesehen. Aber den richtigen Anlass darüber zu schreiben, gab es bisher nicht. Mache ich jetzt einfach mal, weil die Jungs ein Album gemacht haben.

EOTS laufen musikalisch irgendwo zwischen Postrock, Metall, Rock und Quatsch mit Soße. „Unsere Musik leidet an ADHS“, sagen sie selbst. Dabei bedient sich die Band aus Frankfurt (Oder) einem interessanten Instrumentarium: Schlagzeug, Bass und Gitarre inkl. gefühlten 100 Pedalen. Mit live und handgemachten Loops, Verfremdungen und allerlei Bliebs und Blobs überraschen Erros of the Superhumans ihr Publikum stets auch mit Taktwechseln, die immer genau dann kommen, wenn man sie am wenigsten erwartet. Das Ganze kommt übrigens ohne Gesang daher, da die Sängerin die Band verließ und man bisher auf eine Neubesetzung verzichtet.

Mit „Soulfritten“ legen EOTS ihr Debütalbum vor. Wer zu der Erkenntnis gekommen ist, dass Fehler menschlich sind, sich aber fragt „Wie ist das mit Supermenschen? Machen die Übermenschlichen auch Fehler?“ findet hier den Soundtrack zur Fragestellung. Die fünf Songs hören allesamt auf den Namen von lustig kreierten Speisen. Mein Favorit: Kasslerbratenbemme.
Aufgenommen wurde das Album übrigens im altehrwürdigen Modernen Theater Oderland (R.I.P.).

Wer im Laufe der Jahre sehr viel Musik in vielen Genres gehört hat und sich dadurch abgestumpft fühlt, für den kann „Soulfritten“ in vielerlei Hinsicht eine erfrischende Überraschung.

100Blumen – Das Ende EP / Distrust Authority LP

Marcel und Chris van Blumen und Schlagwerker Malte, laden auf „Das Ende“ zu 4 Songs düsterem, wütendem und auch punkigem experimentierfreudigem Sound ein. Es werden Punk mit Drum & Bass sowie mit einer gewissen Note Crust und Hardcore elegant vereint. Die EP „Das Ende“ ist zugleich ein Abschiedsgeschenk und soll wohl erst einmal das Letzte sein, was wir von der Band hören soll(t)en, wobei sie nach wie vor auf Facebook recht umtriebig sind. In Zusammenarbeit mit Plasticbomb erscheint zudem im September endlich, ihr 2012‘er Album, "Distrust Athority" auf Vinyl.

Das Album liefert ein bemerkenswert weitreichendes akustisches Spektrum, welches von einer ungeheuren Intensität ist. Tiefe Bässe, dumpfe Beckenschläge, reißende Gitarrenriffs und atmosphärische Synthies bieten eine wahre soundtrackähnliche Pracht, welche durch die aggressiven Shouts immer wieder zerrissen wird und lässt sich so richtig keinem Genre zuordnen. Mit "Distrust Athority" haben die Düsseldorfer vor acht Jahren einen Noise-Rock-Elektro-Hybriden erschaffen, den es immer noch zu erkunden lohnt und auf dem es viele Jahre später noch sehr viel Neues zu entdecken gibt.